Hope

Die Leidensgeschichte von Hope

Er war unser erste Strassenhund, dem wir helfen konnten. Zufall oder Schicksal? Am 20. Juni 2017 (Mike’s Geburtstag) haben wir ihn auf unserem Spaziergang das erste Mal „entdeckt“. Er lag in einem Wasserkanal und wir haben ihn nur per Zufall gesehen. Ein ausgemergelter mit Parasiten gespickter scheuer Strassenhund, verängstigt, mit vielen üblen Wunden am ganzen Körper. Bis auf die Knochen abgemagert, voller Zecken, offenen Wunden auf dem Rücken und auch Probleme mit den Augen. Wir brachten ihm jeden Tag etwas Futter mit und konnten so Antibiotika reinmischen. Er versteckte sich weiterhin im Wasserkanal, da ihn viele andere Hunde „piesackten“, er war leider der geborene Unterhund. Er wartete immer auf uns und wurde auch etwas zutraulicher.

Im August 2017 schaffte es Mike, dass er ihm aus der Hand frass. Intuitiv tauften wir dieses Häufchen Hund „Hope“ (Hoffnung).

Ende August 2017 war er plötzlich verschwunden und wir ahntes Schlimmes, aber am 31. August war er wieder da, jedoch in einem erbärmlichen Zustand, er konnte kaum mehr laufen, der Hinterlauf war riesig angeschwollen.

So haben wir unsere Tierärztin Aof mit Assistentin Ying gebeten, den armen Kerl irgendwie einzufangen, denn vermutlich hatte er riesige Schmerzen und er war absolut nicht mehr zutraulich. Am 01. September 17 haben wir dann zugeschlagen und mit vereinten Kräften konnten wir ihn dann gottseidank einfangen. Sofort in die Praxis, Untersuchung und Operation. Durch eine tiefe Bisswunde, hatte „Hope“ bereits eine Blutvergiftung. Durch die Operation und Medikamente konnte er glücklicherweise gerettet werden. Sein Name war weise gewählt!

Wir besuchten ihn täglich mit Futter in der Klinik, wo er im Hinterzimmer logieren durfte. Nachts verbrachte er im Käfig, aber er war dankbar, dass er in Sicherheit war und von den anderen Strassenhunden nicht mehr geplagt wurde, unser arme Prügelknabe. Auch wurde er immer zutraulicher.

Im November 2017 war dann auch das Haut- und Parasitenproblem im Griff und Ying suchte im Facebook ein neues Zuhause für ihn. Tatsächlich hatte er das Glück, ein neues Zuhause zu finden in Plutaluang, etwa 20 Minuten von Bang Saray entfernt. Am 04.12.17 packte „Hope“ seine Habseligkeiten und durfte umziehen zu einem Ehepaar mit kleinem Haus und Garten, aber eingezäunt, so, dass er sicher war.

Dieses Ehepaar entschied sich für „Hope“, der ungefähr 4-5 jährig sein wird, da sie keinen Welpen wollten, der alles kaputt macht. Em der neue Besitzer mochte „Hope“ sehr, aber seine Frau hatte anfänglich Angst vor ihm. Alle 2 Monate besuchten wir die Familie, um Futter und Medikamente zu bringen. Wir freuten uns jedes Mal, wenn „Hope“ uns wieder erkannte und begrüsste.

Und dann kam der letzte Tag im Jahre 2018, der Silvester, der „Hope’s“ Leben total veränderte…. aber zum Guten!!

Am 01. Januar 2019 erhielten wir den besorgten Anruf unserer Tierärztin Aof.

„Hope“ soll in der Silvesternacht 6 Hühner gerissen haben. Irgendwie verständlich, wenn der Besitzer dem Hund keinen Unterschlupf bietet, wo er sich vom Feuerwerkslärm hätte verstecken können.

Em verlangte, dass wir den bösen Hund sofort abholen müssen. Natürlich konnten wir es uns nicht verkneifen, den Leuten noch eindrücklich zu schildern, dass nicht der Hund böse wäre, sondern sie dem Hund einen Unterschlupf hätten geben müssen. Als wir unseren Sorgenhund dann abgeholt haben, war er total verängstigt, aber freute sich riesig, uns zu sehen. – Bis wir einen neuen Platz für ihn gefunden haben, vervollständigt er nun unser Team. „Naira“ & „Shina“ sind die beiden Farang-Hunde und „Hope“ und „Lady“ die beiden Thai-Fritzen.

Am 25. April 2019 haben wir ihn kastrieren lassen und zwischenzeitlich hat er sich bestens bei uns eingewöhnt. Er ist und bleibt ein Strassen- resp. Garten-hund. Er ist den ganzen Tag im Garten, darf aber zweimal täglich mit unseren Hunden zum Laufen mit. Und wenn es ganz übel regnet, dann darf er sogar ins Haus rein, wo er aber auch schnell wieder raus will.