Murphy

Am 27. Juni 2019 drückte uns eine Bekannte einen Junghund in die Hände, der nicht laufen konnte. Er robbte dem Boden entlang und konnte sein linkes Hinterbein nicht gebrauchen. Schnell eingepackt, fuhren wir zu Aof, die den kleinen Kerl eingehend untersuchte. Sie benötigte jedoch noch ein Röntgenbild und so fuhren wir 10 Minuten weiter ins Tierspital. Auf der Röntgenaufnahme konnte das Problem schnell lokalisiert werden. Scheinbar muss der Hund vor einigen Monaten einen Beckenbruch erlitten haben, der nun zwischenzeitlich falsch zusammengewachsen war. Auf dem Röntgenbild ist ersichtlich, dass der Hüftknochen nicht mehr richtig in der Hüftpfanne verankert ist.

Die Assistentin Ying telefonierte dann ins „Sapan bun“, ein riesiges Tierheim für Hunde und Katzen, die alle Tiere auch solche mit Handicap, gerne aufnehmen.

Kaow, die Leiterin des Heimes lebt nur für ihre Tiere und nimmt den kleinen Schatz bei ihr auf. Er kommt an einen besonderen Platz, wo es noch andere Hunde mit Handicaps hat; einer hat beide Augen verloren, wiederum andere Hunde haben nur noch 3 oder 2 Beine etc. Wir sehen dort viel Leid und Schmerz, aber die Hunde sind glücklich, aufgestellt und friedlich zueinander. Zwischenzeitlich dürfte sie rund 800 – 900 Hunde beherbergen. – Vor kurzem hat sie vom neuen König eine grosse Fläche Land geschenkt bekommen, wo sie das Hundeheim vergrössern kann. König Bhumipol (Rama 9) war ein grosser Hundefan und hat scheinbar dafür gesorgt, dass sein Sohn diese Aufgabe übernimmt.

Am 28. Juni haben wir ein Video erhalten, wo „Murphy“ doch tatsächlich einige Schritte laufen kann. Einen Tag später gingen wir dann mit der Praxisassisten-tin Ying vorbei, um die Kombi-Impfung zu machen. Wir konnten uns vor Ort selber ein Bild machen, dass dieses Schlitzohr tatsächlich zu laufen versucht. Kaow hat ihm am Morgen etwa 10 Minuten die Beine massiert und dies scheint ihm sehr zu helfen.

Am 30. Juli besuchten wir das Heim nochmals, da die zweite Impfung fällig war. Kaow entschuldigte sich, dass sie vergessen hatte, uns mitzuteilen, dass jemand, der Futter gespendet hatte, den kleinen süssen Mocken gleich mitgenommen hat. „Murphy“ ist nun umgezogen nach Korat und hat dort ein neues Zuhause gefunden. – Dies freut uns echt, da vorallem die Hunde mit einer Behinderung fast nie einen neuen Platz finden.